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Versenkt Mehdorn!

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55 Minuten Verspätung zwischen Berlin und München - ich war dabei! Zum einen war die Neigetechnik abgeschaltet, da die Bahn, aus Erfahrung klug geworden, der eigenen Technik längst nicht mehr traut. Zum anderen sprang im Thüringischen vollkommen unerwartet eine Baustelle auf die Strecke und verurteilte diese kaltlächelnd zur Eingleisigkeit. Dennoch zeigt die Bahn eine gewisse Scheu, die eine Stunde vollzumachen. Es soll da jetzt so unangenehme Kundenrechte geben...

Immerhin hatte ich so ausgiebig Muße, Mutter und Kind bei einem Spiel zuzusehen, das bei uns früher Schiffeversenken geheißen hätte.

"Liegt ein Seeungeheur bei dir auf C7?"

"Ja."

"Dann hab ich jetzt ein Stück von deinem Seeungeheuer gefunden, und darf weitermachen: C6?"

"Nein."

"Dann ist da also kein Seeungeheuer, sondern bloß Wasser..." 

Seeungeheuer? Gibt es denn gar keine U-Boote (zwei Kästchen Länge), Panzerkreuzer (drei), Schlachtschiffe (vier) und Flugzeugträger (fünf) mehr? Das Seeungeheuer soll wohl die pazifistische Variante sein. Letztlich ist es aber auch nur ungeheuer Seeungeheuerverachtend.

"Versenke nie ein Seeungeheuer im Scherz, denn es spürt wie du den Schmerz", heißt es nicht umsonst in der Bibel. (Matthäus V., 2-3; Klinsmann XI., 2:5)

Mein Alternativvorschlag: Mehdorn versenken. Auf einem Rechenkästchenparcours aus Bierbänken, Straßenschildern, Blumenkübeln und stillgelegten Bahnstrecken raten wir, wo sich Beckstein (zwei Promillekästchen), Haider (drei Promillekästchen), Frings (vier Leberwurstkästchen) und Mehdorn (fünfundfünfzig Verspätungskästchen) verborgen halten. Feuer frei!

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Thüringische

Kommentar von BB am 19.10.2008 00:52
haste wenigstens den schönen ausblick in meine heimat genossen. bei dem scheckentempe, was der ice da durch fährt, hat man doch einen schönen blick auf den wald oder? ganz viel baum und reh und ... ;o)