Verirrt im Schnee
Hier und heute ausnahmsweise mal ein paar Worte zum Winterwetter. Bevor noch jemand fragt: "Hey? Hallo? Ist das dem denn etwa keine Zeile wert, dem Sausackmensch?" Gemach, Freunde, aber auch Feinde, deren ich da draußen jede Menge habe, wie jeder Mächtige. Denn der Mächtige hat Feinde, wie man weiß, und der Ohnmächtige hat Freunde: Kein Wunder, kann man mit dem doch lustige Sachen anstellen, während er hilflos am Boden liegt, wie Fanta in den Ausschnitt gießen, mit Edding "doof" auf die Stirn schreiben oder die Schnürsenkel zusammenknoten. Auf diese Form der Beliebtheit kann ich allerdings gut verzichten. Aber ich glaube, ich schweife gerade ab.
Gestern war ich nämlich mit mehreren anderen Forscherinnen und Forschern zusammen auf einer Polarexpedition im Brandenburgischen. Auf Amundsens Spuren, dachte ich zunächst, und nicht auf Fontanes, aber das ist in Ordnung: Amundsen war wenigstens nicht so ein begeisterter Antisemit wie Fontane - wer möchte da schon dieselben Stapfen in den Pulverschnee bohren. Es mag kaum verwundern, dass ich mich dem Anlass entsprechend als Schlumpf verkleidete.
Wege gab es nicht, dafür umso mehr Nebel. Und kein GPS. Je länger wir uns durch die Suppe robbten, desto mehr stellte ich dieses Amundsending in Frage: War Amundsen nicht derjenige, der angekommen ist? Und hieß nicht dieser traurige Loser, der es voll nicht drauf hatte und ähnlich wie wir blind über den ununterscheidbar weißen Acker latschte, bevor er rasch noch ein weinerliches "Um Himmels Willen - sorgt für unsere Hinterbliebenen!" auf eine, natürlich leere, Kekspackung kritzelte, hieß diese taube Schneefledermaus nicht Robert F. Scott? Und befanden wir uns somit nicht auf Scotts Spuren? Na ja, immerhin noch besser als Fontane.
Ein magisches Eiszeichen wies uns dann scheinbar den Weg ...
... zu einem See, wo wir aber auch nicht hinwollten.
Das Ganze war nämlich eine Falle. Denn hinter der nächsten Biegung da wartete:
Die böse Hexe!






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