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Schmidt haut uns nicht raus

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Wegen eines Buchprojekts bin ich gezwungen, mir sämtliche EM-Spiele der Niederlande anzusehen. Wenn ich, wie gestern, gar keine Zeit dazu habe, sieht das dann so aus.

 

Schmidt haut uns nicht raus

Niederlande – Italien 3:0

 

Es wird das erwartet schwere Spiel: Die anderen haben die laufstärkeren Leute und wir spielen neun gegen neun auf Großfeld. Nussbaumeder, Kröchert, Levitin, Zilahy, Zackbumm, Tor – so geht das im Grunde die ganze Zeit.

Vorne verballern Rinke und Kron die besten Dinger, hinten habe ich selber einen rabenschwarzen Tag erwischt, stolpere Levitin den eigentlich schon geklärten Ball vor die Füße, und Torwart Merkel darf einmal mehr schreien: „Fuck! Merkel! Merkel, fuck!“ Da kann uns diesmal auch Schmidt nicht raushauen. Meine Nasenschleimhäute schwellen zu, die anaerobe Atmung lässt mich pumpen wie ein Maikäfer auf dem abendheißen Berolina-Platz, wo die Berliner Autoren wie jeden Montag trainieren.

Als es ungefähr 7:2 für die anderen steht, verduftet die halbe Besatzung samt Trainer, um sich irgendein Spiel im Fernsehen anzugucken. Na denn, viel Spaß - Sportsgeist sieht für mich anders aus.

Der Rest wechselt aufs Kleinfeld, Levitin und Zilahy sind nun in meiner Mannschaft, und wir gewinnen 4:0. Merkel meckert, weil er nichts mehr zu schreien hat, und Schmidt ist traurig, erneut bei den Verlierern zu sein, aber alles besser, als bei dem Wetter vor der Glotze zu hocken.

Nach dem Duschen treffen wir im Garten von „Klärchens Ballhaus“ die anderen wieder. Ein Fernseher läuft – offenbar spielen die Niederlande gegen Italien. „Die ersten gehen“, verabschiedet der Sprecher die italienischen Fans, doch es gibt keine Flucht vor der Realität.

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