Schee wars scho
Schee wars scho in Minga. Beziehungweise, für die, wo das nicht recht lesen tun können: Es war schön in München. Vor allem das Frühstück.
Das palastähnliche Zimmer, dass ich zusammen mit dem Kollegen Jan Costin Wagner bewohnte, übertraf in Glanz und Ausstattung sogar noch meine eigene Wohnung am Hermannplatz, und das will schon was heißen. Ich kann die Pension Edelweiss, die, glaube ich, im Volksmund "Bayerischer Hof" genannt wird, jedem, der mal einen schlappen Tausi übrighat, nur weiterempfehlen.
Fußball gespielt haben wir ebenfalls, ehrenvoll verloren, und ich habe kein Gegentor direkt verschuldet - mehr erwarte ich gar nicht mehr, außer vielleicht noch weitgehende körperliche Unversehrtheit. Und wann erlebt man schon mal, dass einem am Ende die Rechtsverteidigerposition von einem echten Tatortkommissar abgeluchst wird? Gewonnen haben das Kurzturnier die brillanten Kampfgreise von der "Süddeutschen Zeitung".
Am Vorabend haben wir auch vorgelesen. Sehr lange, mit nur wenigen Versprechern. Zur Belohnung gab es dann am nächsten Morgen das besagte Frühstück.
Die Heimfahrt in den Nichtschlafsesseln des Nightliners erinnerte dann ein wenig an die bösen Buben der 8c auf Klassenfahrt, nachdem sie den Lehrer in der Zugtoilette eingesperrt haben. Dosenbier und blöde Sprüche. Frank Willmannx (Name geändert) hatte auf dem Bahnhof sogar eine Flasche Jägermeister gekauft. Heute früh bekam er von mir meine letzte Kopfschmerztablette. Vor allem dieser geistige Austausch ist es, den ich schätze, wenn ich zusammen mit anderen feingliedrigen und hochsensiblen Literaten unterwegs bin.

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