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Public Viewing

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Heute Morgen Kopfschmerzen und nichtendenwollendes starkes Nasenbluten aus dem linken Nasenloch - der rote Lebenssaft verließ mich wie die Ratten das sinkende Schiff.

Das konnte nur an einem liegen: "Public Viewing".

Lange hatte ich den Abend herbeigesehnt und er war tatsächlich so schlimm, wie ich erhofft hatte: Im Biergarten "Heinz Minki" versuchten wir aus etwa 800 Metern Entfernung das Geschehen auf einem winzigen Bildschirm zu verfolgen, der zusätzlich während der vierstündigen Übertragung zweier EM-Spiele die meiste Zeit von einer jungen Frau verdeckt wurde.

Die offenkundig erheblich geistesgestörte Person stand, völlig unbeirrt durch diverse Hinweise freundlicher und auch grober Natur, ungefähr zehnmal für jeweils zehn Minuten auf, um sich mit ihren ähnlich pathologisch asozialen Leidensgefährten auszutauschen, was ihr im Sitzen anscheinend nicht möglich war.  Vermutlich klemmte die Sitzhaltung auf den unbequemen Gartenstühlen, die ungewöhnlich wenigen und dünnen Nervenleitungen zwischen dem Zentralnervensystem im Rückgrat, sowie Gehirn und Sprechwerkzeugen ab.

Allein beim bloßen Gedanken an die von jeder Fachkenntnis unbeleckten anthropoiden Gelegenheitsfußballnervsäcke bekam ich also Kopfweh und Nasenbluten. Kann aber auch an einem leichten Sonnenstich gelegen haben, denn das gestrige Spiel gegen die Franziskaner fand in der Mittagshitze auf dem windigen und schattenlosen Dach der Metro am Ostbahnhof statt, wo sich, man glaubt es nicht, ein Fußballplatz befindet! Ob meine Mitspieler diesen bedenklichen Menschenversuch überlebt haben, werde ich dieser Tage ausloten - wenigstens ist keiner vom Dach gefallen.

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