Murmeltierverkauf
Tja, fast habe ich ihn verpasst, den jährlichen Murmeltierverkauf, der traditionell den Beginn der kalten Jahreszeit einläutet. Da ich aber abends schnell noch mal nach draußen musste, um Bier, Crack und Gummibärchen zu besorgen, konnte ich es dann nicht übersehen.
In hell erleucheten Läden sah ich durch die Schaufenster hindurch Kinder stehen. Sie hatten leuchtende Hörnchen auf dem Kopf, schwarze Umhänge angelegt und schienen in ernsthafte Verhandlungen mit dem Verkaufs- bzw. Sicherheitspersonal verstrickt. Ohne von der Straße aus den Wortlaut zu verstehen, ahnte ich, worum es ging: Man solle, so die Vorstellung der Kinder, die angeblich unter den weiten Umhängen verborgenen Murmeltiere in Zahlung nehmen, und dafür diverse Süßwaren herausrücken.
Was nun folgen würde, konnte ich mir bereits lebhaft vorstellen. Die eingeforderten Murmeltiere blieben aus und die Kinder ergriffen mitsamt den ergaunerten Leckereien die Flucht, sich den Weg zur Not mit Pfefferspray und Schlagstock bahnend.
Es ist doch jedes Jahr dasselbe. Unerfreuliche Ergebnisse des vergeblichen Versuchs angelsächsische Bräuche in ein deutsches Umfeld zu übertragen. Mir graust es schon vor Valentinstag, wenn in den Straßen wieder Ausländer mit Blumen verprügelt und unschuldige Pudel begossen werden. Deutschland im Herbst 2008.

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