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Megatürken und Rieseninder

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Nach langer Zeit bin ich mal wieder am Brückenimbiss gewesen auf der Kottbusser Brücke. Der wird auch immer größer: Mittels zusätzlicher Tische und Bänke am Kanalufer entlang hat er mittlerweile schon fast die Ausdehnung eines veritablen Kleinstaats ereicht.

Ein Megatürke. Auch die Auswahl an Speisen und Getränken wird immer größer. Neben Weizenbier und dem traditionellen(?) Wok-Döner gibt es Pizza, Pasta und Salate.

Und Namen haben die! Die Salate. Der mit gekochtem (Vorderform-)schinken heißt "Cinderella-Salat". Toll! Klingt auf jeden Fall besser als "Salate von die gepresste Abfall von die aber schon verdammt lange tote Schwein".

Das Phänomen extrem wachsender und ausufernder Lokale kenne ich vor allem aus Kreuzberg. Der Rieseninder an der Oranienstraße (der hat bestimmt einen Namen, aber für mich ist es nur der "Rieseninder" - da wo früher das "Kafka" drin war) hat ein besonderes Maß an Geschick und Gnadenlosigkeit bewiesen.

Zuerst kamen Heizpilze auf die Straße und in den Garten. Dann war die Straße irgendwann ein Teil des Rieseninders. Bloß ein entsprechendes Schild, "Rieseninderstraße" fehlt, aber das kommt bestimmt auch noch. Der Riesenindergarten wurden mit sinkenden Temperaturen zusätzlich zu den Heizpilzen mit Zeltplanen und Zeltdach versehen. Im Verlauf meine ich später bereits festgezimmerte Holzwände ausgemacht zu haben. In naher Zukunft sieht man sich, bestellt man beim Rieseninder ausdrücklich einen Platz "im Garten", unversehens im dritten Stockwerk eines brandneuen Anbaus aus Stahl und Beton platziert.

Und eines Tages ist dann überall auf der ganzen Welt nur noch Rieseninder. Also, für mich wäre das okay. Alles besser als Krieg.

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