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Lesen auf dem Fußballplatz

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"Geht das?", wird sich nun so mancher fragen, "liest man nicht besser in einem Lesesaal? Und spielt man auf einem Fußballplatz nicht besser Fußball?"

Um es kurz zu machen: Ja und nein.

Nein, es geht nicht. Und ja, auf einem Fußballplatz spielt man besser Fußball.

Dabei hätte sogar beides gehen können, und so war es eigentlich auch geplant. Erst hatten wir ein von den Berliner Autoren organisiertes Fußballturnier auf dem Platz von BW Berolina, und im Anschluss las ich im Rahmen von Britta Gansebohms literarischem Sommersalon gemeinsam mit den Kollegen Falko Hennig, Norbert Kron und Wolfram Eilenberger.

Als wir anfingen, waren die meisten Besucher bereits nach Hause gegangen. Die Anlage war im Grunde viel zu leise. Dennoch glaubten ein paar gewiss sehr nette, angenehm tolerante, wunderbar unspießige, wohltuend wohlhabende, garantiert seit Generationen das Platzrecht genießende, beispiellos kulturzugetane, herrlich großzügige und spontane, unwahrscheinlich soziale, kurz, typische neue Mittebewohner, wegen Ruhestörung die Polizei rufen zu müssen. Um fünf Uhr am Nachmittag!

Nun gut, immerhin war es ja Sonntag, und wie der "Tip" ("Heimweh nach Gott"; Nov./07) weiß, haben Yuppies und Jungfamilien die Kirche neu für sich entdeckt.

Wir wisperten daraufhin dem nähergerückten Publikum die Worte ohne Verstärker ins Ohr, nicht unpassend speziell im Fall Kron, der eine erotische Passage aus seinem sich äußerst vielversprechend anlassenden druckfrischen Roman vorlas, in dem sich ein Mann als Bettvorleger verdingt.

Wie ich übrigens nach dem Turnier aussah, verbreite ich an dieser Stelle, sobald mir Falko die Bilder geschickt hat.

Artikelaktionen

Ton geht ins Ohr, ...

Kommentar von hannilein am 07.07.2008 21:50
...Kopfball ins Auge!
Na, das nenn ich ja mal Erfolg auf ganzer Linie.
Erst so schöne Trophäen vom Fußball mitbekommen.
(Oh, in welch wunderbaren Farben wirst du leuchten in den nächsten Tagen!)
Und dann noch wegen Ruhestörung schon um 17 Uhr ans Bein gepinkelt bekommen.
Also nee, so ein aufregender Sonntag.
Schade, dass ich so unaufgeregt ins Atmen und Meditieren versunken war.
Eine solche Sonntagsaktion hätte ja glatt noch süddeutsche Heimatgefühle wecken können in mir, vor lauter Spießigkeit. Wie faszinierend, dass die Mitte solch Blüten treibt. (-;

Freu mir auf de Bilda!

textilvergehen.de

Kommentar von steffi am 09.07.2008 18:58
wie jetze, Du liest aufm fußballplatz und erzählst das erst hinterher? dis find ich ja ... doof :( aber auf die bilder bin ich auch neugierig!

textilvergehen.de

Kommentar von uli am 10.07.2008 09:46
Liebe Steffi, das war nicht nur ausgiebig der Tages-- und Wochenpresse, sondern auch meiner Terminleiste (rechts) zu entnehmen. Wäre ich jetzt extremst übellaunig, würde ich mal ganz kurz nachfragen, "so, das findest du also doof?", und dabei auf so ne komische besserwisserische Art die Augenbraue heben, aber ich bin's nicht und ich tu's nicht, nein, auf keinen Fall tue ich das!

textilvergehen.de

Kommentar von steffi am 10.07.2008 11:13
ich bin ein schlechter gast, das geb ich zu - auf die terminleiste hab ich gar nicht geachtet. ich brauche immer große hinweisschilder, hochgehalten, damit rumgewedelt, und außerdem möchte ich persönlich angesprochen werden :)

(tagespresse: märkische oderzeitung. neinnein. keinerlei hinweise)

aber am 17. im ori, das schaff ich. bis denne!