Klinsi Schweinepest
Die Menschen denken mal wieder nur an sich. Dabei heißt die Schweinepest nicht umsonst Schweinepest. Während auf der ganzen Welt Endzeitszenarien heraufbeschworen werden, gegen das pakistanische Atomanlagen in unbefugten Patschehändchen bessere Ponyhöfe sind, sterben überall Schweine. Anstatt Bilder zu zeigen von traurigen Schweinchen, die verschnupft in ihren Koben nöffeln, sieht man mexikanische Liebespaare einander mit Mundschutz küssen (Tipp: einfach mal zusammen sterben) und heute einen Klinsmann hinter dem Steuer senes Autos, mit dem Blick eines angefahrenen Eichhörnchens, das nicht mehr weiß, in welche Richtung es die Schnellstraße noch verlassen soll, bzw. ob und wozu überhaupt noch, denn es ist schlicht vorbei.
Sie haben endlich gemerkt, dass er kein Trainer ist. Dass das damals alles der Jogi war. Die Polizei hat ihn angehalten und nach seinem Trainerschein gefragt. Er hatte keinen. Noch nie einen gehabt. Nun ist er in Quarantäne. Traurig nöffelt er in seinem Autokäfig.
Gut, spätestens seit dem „Sommermärchen“ 2006, konnte ich den Klinsi sowieso nicht mehr leiden, und fragte mich, warum ich jemals anders hatte denken können. Wie er in seinem Haus in Kalifornien doziert, den weißen Pazifikstrand im Hintergrund: „Das ist doch typisch in Deutschland: Alle beschweren sich, alle jammern …“ Oder die Kabinenansprache: „Das lassen wir uns nicht nehmen – schon gar nicht von den Polen!“ Zuletzt dann die Klage gegen die taz, weil die ihn als Brian darstellte. Er hat schon Recht, er ist so wenig ein Brian wie ein Fußballtrainer, aber deshalb eine Klage?
Doch nicht einmal so ein Idiot hat es verdient, von der widerwärtigen Drohne Karl-Heinz Rummenigge drangsaliert, von schwachsinnigen Bayernfans ausgepfiffen und mit Schweinepest angesteckt zu werden. Na immerhin hat er es nun hinter sich.

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