Benutzerspezifische Werkzeuge
Sie sind hier: Startseite Artikel Im Kampf gegen die Piraten

Im Kampf gegen die Piraten

— abgelegt unter:

Gestern versehentlich noch den Rest der Nachrichten gesehen: Die Bundesregierung diskutiert, im Kampf gegen die Piraten im indischen Ozean drei Fregatten nach Somalia zu entsenden.

Bilder im Kopf gehabt: Ein gepanzertes Schiff zerteilt mit hoher Knotenzahl schäumend die Wellen vor der Küste Ostrafrikas. Am Heck flattert die Reichskriegsflagge oder Schwarzrotgold - ich weiß nicht, was da in der Firma Bundesmord gerade angesagt ist. An der Reling aber stehen dicht nebeneinander drei Fregatten und blinzeln grimmig zu den in der Ferne auftauchenden Lichtern von Mogadischu hinüber.

Alle drei sind so um die fünfzig und kommen aus Essen oder Oberhausen. Sie sind durchweg wuchtigen Leibes und tragen schwere Nudelhölzer in den fleischigen Pfoten. Die eine schwingt ihres drohend durch die Luft, die zweite klopft mit ihrem auf die Reling, so dass es ein weithin in die südliche Nacht hallendes, metallisches Dengeln ergibt, und die dritte patscht sich das Nudelholz rhythmisch klatschend in die offene linke Hand. Dazu könnte sie noch ein fieses "Hähä" oder "Höhö" brummen. Die Message ist jedenfalls klar: Den Piraten werden sie ordentlich den Arsch versohlen.

Allerdings handelt es sich laut Tagesschau um Marinefregatten, das heißt, sie tragen keine geblümten Kittelkleider, sondern Matrosenanzüge, ungefähr Größe 54. Demjenigen Piraten, der bei dem Anblick nicht schreiend seinen Enterhaken wegschmeißt, möchte ich nicht im Hellen begegnen.

Weil das allein womöglich noch immer nicht reicht, sollen zusätzlich drei Aufklärungsflugzeuge mitgeschickt werden. Deren Wirkung dürfte allerdings eher langfristig angelegt sein: Mehr Verhütung und eine niedrigere Geburtenrate bedeutet irgendwann weniger kleine Piraten.

Artikelaktionen