Im Fernsehen
Gestern abend war ich im Fernsehen. Ich weiß gar nicht, wie ich da reingeraten bin. Es war unheimlich eng, es war warm - besonders wohl habe ich mich jedenfalls nicht gefühlt. Dazu diese Dunkelheit und ständig stößt man sich an scharfkantigen Schaltern, Schrauben und Relais. Kontakte verteilen großzügig Stromschläge und hinter jeder Platine lauert ein Moderator, Komiker oder Fernsehansager, einem ein Kabel über den Kopf, sowie Portemonnaie und Handy aus der Tasche zu ziehen. Kein Wunder bei dieser unwirtlichen Umgebung, dass sie noch krimineller geworden sind, als ich sie von außerhalb des Fernsehens ohnehin schon in Erinnerung hatte.
Im Radio war's allerdings auch nicht viel angenehmer. Und laut dazu. Dagegen war in der Zeitung zu stehen vergleichsweise ein Ponyhof.
So, nun aber endlich mal genug der Medchenschelte. Nicht zu Unrecht gibt es Medchenwissenschaften und Medchenboards. Die Massenmedchen haben auch ihre Daseinsberechtigung, die Medchenfreiheit ist ein hohes Gut. So sollte jedes Medchen heutzutage selbstverständlich die Möglichkeit haben, Kfz-Mechanikerin zu werden, Fußball zu spielen, sexuelle Erfahrungen zu sammmeln, Kinder zu bekommen und gleichberechtigt aufzuziehen, kinderlos zu bleiben und dennoch gleichberechtigt gegenüber denjenigen, die sie mit faschistoiden Dummheiten à la "nur eine Frau, die geboren hat, ist eine richtige Frau" aufziehen. Aus Medchen werden nämlich Frauen, so oder so, irgendwann, und in jedem Fall richtige.

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