Im Asyl
Heute versuche ich erstmals von ganz weit weg zu Hause in meinen Komputer und in diese Heimseite hineinzuschreiben. Ich bin total aufgeregt und tierisch gespannt, ob das klappt...
...naja, im Grunde ist es mir auch egal. Eigentlich ist mir sowieso überhaupt alles egal. Scheißegal. Von mir aus könnte es auch nicht klappen. Dann würde hier eben nichts stehen.
Na und? "So what?", wie der Kosovare sagt, während er der Schwiegermutter zwischen Suppe und Nachtisch mal eben schnell die Rübe mit einer abgenagten Schrott(!)flinte runterknallt, doch ich schweife mal wieder ab.
Ich bin nämlich gehörig desillusioniert zurückgekehrt aus Fusenich. Das heißt, wie ein aufmerksamer Leser meiner Blöks völlig zu Recht einwandte, tatsächlich Frankreich und nicht Fusenich. Da muss ich mich tatsächlich die ganze Zeit über getäuscht haben, irgendwie, da hat mich wohl ein sehr bärtiger Bär geritten, den mir ein trauriger Clown auf den Buckel geschnallt hat - was bin ich blöd!
Und die Fusenicher, sprich Franzosen, sind noch schlimmer als ich sie in ohnehin schon grausiger Erinnerung hatte. Ständig täuschen sie inzwischen eine Freundlichkeit und ein Entgegenkommen vor, dass man konstatieren muss: der einzige Punkt an dem der Franzose bislang verlässlich nicht gelogen hat, und so etwas wie eine vormenschliche Wahrhaftigkeit an den Tag legte ist nun am Ende auch verschwunden - seine Unfreundlichkeit. Nur vereinzelte Kellner halten noch die Flagge hoch.
Das Niederschlagsfestival bei Kackamatsch war hingegen sehr gelungen. Wunderbare Niederschläge vor drei Bühnen. Die Stimmung war großartig. Drogen gab's wohl auch. Ein junger Mann holte zum Frühstück sein fürchterliches Geschlechtsgenitalorgandings heraus, während ein anderer auf einer großen Trompete blus. Dazu sehr schlechter Kaffee. Vive la Fusenich!
Weiteres über den interessanten und anstrengenden Rausflug werde ich voraussichtlich in einer soge- und selbsternannten Lesebühnengeschichte auf einer der soge- und selbsternannten Lesebühnen zu Gehör bringen, auf der lustige und untalentierte Spaßmacher auf penetrant selbstverliebte Weise ihre unpolitischen Alltagsgeschichten, die mit Literatur nichts zu tun haben, obwohl diese soge- und selbsternannten Möchtegerntunichtgute das nicht behaupten, zum Besten geben, damit junge Germanistikstudentinnen lachen oder sich drollig am Kopf kratzen.
Hach, da freu ich mich schon so drauf - der Drehzahlmesser meines Herzschrittmachers vibriert bereits jenseits vom roten Bereich.

Zurück: Die Auflösung

sieht ganz so aus...