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Honi soit qui mal y pense

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wie der Kirgise sagt, beziehungsweise auf deutsch: "Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen." So möchte ich mich gleich heute an die Dokumentation einer aufregend schönen und bizarren Sumpfblüte machen, die ich im schlammigen Pfuhl der Literaturkritik zu entdecken die außerordentlich große Freude hatte.

Gefunden habe ich sie im Stadtmagazin "Tip". (Ein gutes Blatt. Unbedingt kaufen!)

Normalerweise empfinde ich es für den Betroffenen eher als peinlich, sich über negative Kritiken zu äußern. Selbst wer sich selber in einem leicht kränkbaren Narzissmus für wichtig und unfehlbar hält, sollte das doch klügerweise für sich behalten, nach dem Motto: "Was kümmert es das stolze Borstenvieh, wenn sich eine aus Eichenabfällen gemachte Zeitschrift an ihm wetzt."

 

Für erwähnenswert halte ich jedoch die skurrile Wiedersprüchlichkeit zweier Kritiken in ein und demselben Blatt. Die erste, sehr wohlgesonnene, erschien im Januar, kurz nach Erscheinen meines Buchs "Neulich in Neukölln". Die zweite (ebenfalls gewiss recht wohlgesonnene, allerdings nicht mir gegenüber) nun im September unter der sehr lustigen und brandneu ersonnenen Überschrift "Club der doofen Dichter". Ein "Sven Regner"(?) war nicht dabei, aber ich.

 

Zwischen den beiden Kritiken lag die allgemein stark angefeindete und suizidal anmutende Umstrukturierung zahlreicher Stadtmagazine und Programmbeilagen. Auch ich beteiligte mich an den öffentlichen Äußerungen, wenngleich andere, wie der Reptilienfonds, geübtere und bessere Empörer sein mögen.

 

Ein Zusammenhang ist freilich ausgeschlossen. Die Herren beim Tip machen auch nur ihren Job, und es sind gute und wackere Journalisten, die dort für verdammt wenig Geld verdammt gute Arbeit leisten. Neuköllnkenner mit Sinn für Ironie, hat der Septemberkollege eben einfach nur einen anderen Geschmack als der Januarmensch. Zumindest hoffe ich für sie/ihn/sie, dass es nicht die/der/die selbe(n) sind/ist: Die Schizophrenie frisst ihre Kinder...

 

Da wir Berliner doch zusammenhalten, und ich sicher nochmal ein Buch schreibe, das ich bitte in weiterhin gewohnt sachlicher und fairer Manier besprochen haben möchte, wiederhole ich an dieser Stelle gerne nochmal untertänigst: Der Tip. Ein ausgezeichnetes Blatt. Unbedingt kaufen!

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