Ein allerletztes Mal?
Meine aufblasbaren Isomatten habe ich auf Löcher überprüft. Ergebnis: Eine Matte hat ein Loch. Ich werde es flicken müssen, darin besteht kaum ein Zweifel. Aber wie? Des weiteren habe ich zwei Tage lang das alte Zweimannzelt, das mir noch nicht einmal gehört, in Haarshampoo eingeweicht, um das zehn Jahre alte Roskilde-Aroma aus Dosenbier, schlechtem Gras und Norwegerpisse zu verscheuchen. Und wozu das alles?
Nun, wir wollen im August noch mal zelten. Wollen, naja. Geht nicht anders - warum, schreibe ich an dieser Stelle später vielleicht, vielleicht auch nie.
Hoffentlich ein allerballerschnallerletztes mal. Wie gesagt, zehn Jahre nicht - toi,toi, toi. Zelten ist der Wahnsinn schlechthin. Der Mensch hat nicht Städte gegründet und Häuser gebaut und Betten gezimmert und Matratzen genäht und die Matratzen auf die Betten gelegt und die Betten in die Häuser gestellt und die Häuser an den Rand der Städte, nur damit am Ende irgendsoein Arsch, sag ich jetzt mal vorsichtig, sein, mit Verlaub, scheißverschissenes Zelt, in die, dezent ausgedrückt, zugekackte Pampa pfuscht, um sich darin seinen gottverdammten Rücken zu verficken. Wenn mir selbige euphemistische Ausdrucksweise an dieser hochwohlgebornenen Stelle untertänigst mal gestattet sei. Thanx.
Und das mir. Mir, dem mit meinen mittlerweile fast tausend Jahren inzwischen selbst ein Bett schon zu unbequem erscheint. Jeden Abend ziehe ich sogar meine Haut aus, lege sie ordentlich auf dem Stuhl zusammen, stapele meine Knochen, schiebe diese sorgsam entstaubt und aufgeschichtet in die Kommode, und brauche am nächsten Morgen dennoch mehrere Kräne, Seilwinden und Stunden, um wie ein Porzellan im Elefantenladen ganz vorsichtig in den Tag hinein zu tapsen und zu humpeln.
In einem Zelt werde ich ganz sicher sterben. Wenn da auf dem Feld so ein Mähdrescher volle Möhre drüberfährt, zum Beispiel. Nur bei Erdbeben haben wir ein ganz kleines bisschen die Nase vorn, eventuellvielleicht.
Ich halte euch auf dem Laufenden, was die weiteren Vorbereitungen für meinen langsamen und qualvollen Selbstmord betrifft.

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typisch Mann 40+
Und hier noch ein kleiner Tipp fürs Flicken der Isomatte: Blasenpflaster!