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Böser Mann, was nun?

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Es war einmal ein böser, böser Mann. Er hieß Van Bommel und war der Chef einer gemeingefährlichen Gang, die sich zur Tarnung alle in Orange kleideten wie rechtschaffene Müllmänner, während sie den anderen Jungs beim Fußball pausenlos die Beine stellten. Das war „ein kluges Rezept“, wie der fiese Van Bommel meinte. Auch darüber hinaus benutzte er gern den gängigen Jargon der Sportverbrecher: „Wir haben uns taktisch clever verhalten“, „Wir haben uns perfekt auf den Gegner eingestellt“, „Wir müssen ihnen die Freude am Spielen nehmen“, „Wir werden ihnen so richtig weh tun.“ Nur mit Fußball hatte das nichts zu tun, aber darum ging es gar nicht.

Es ging nämlich um das Leben, wie sie es auf den Straßen von Rotterdam gelernt hatten, wo das Recht des Stärkeren, Gemeineren und Hinterhältigeren regierte, der den Ehrlichen und/oder Schwachen nahm, was ihnen gehörte: Handys, Brieftaschen, Weltpokale. Denn natürlich ist es, eine entsprechende Grundeinstellung vorausgesetzt, taktisch immer cleverer, von kleinen Händlern Schutzgeld zu erpressen oder den Omis die Handtaschen zu entreißen, als arbeiten zu gehen. Genau das ist die perfekte Einstellung, wenn man erreichen möchte, was einem nicht zusteht oder zumindest von selber zufliegt. Und wenn man dafür den anderen richtig weh tun muss – solange es die anderen sind, die blutend im Rinnstein liegen, und nicht man selber, bleibt es ein kluges Rezept.

Leider aber hatte die VanBommelGang nicht berücksichtigt, dass man sich in diesem Fall von Angesicht zu Angesicht auf dem Fußballplatz befand, und sich nicht wie üblich in der dunklen Tiefgarage bewaffnet und von hinten dem unbewaffneten Gegner nähern konnte. Es wäre also gut gewesen, man hätte in diesem Fall zuvor das Fußballspiel geübt, anstatt nur die üblichen Disziplinen wie Messerstechen, Pistolenschießen und Beutezählen. Zwar funktionierte es eine ganze Weile, die Opfer mit stollenbewehrten Karatetritten zu Boden zu bringen, wobei der Unparteiische nach anfänglichem Zieren auch das eine oder andere Auge zudrückte, doch ein Stollenschuh ist nun mal kein Baseballschläger. Und so kam, was kommen musste: Da die Strolche mit ihren beschränkten Mitteln die anderen Jungs nicht komplett totmachen konnten, wehrten die sich auf ihre Art (nämlich Fußball, was ja die Halunken nicht geübt hatten) und am Ende hatte der böse Van Bommel verloren und zum ersten Mal kehrte Frieden und Gerechtigkeit ein in der Welt.

 

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