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Bestechung

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Der Paketmann kam, und hat mir ein schweres Paket in den vierten Stock hochgebracht. Ich habe ihm wie immer zwei Euro gegeben, weil ich hoffe, dass er sich das merkt.

Sobald er unten vor meinem Haus hält, und wie in seiner Branche üblich bereits die rote Karte für mich in der Hand hält, die bedeutet, "sofort zum Duschen! Heute kein Paket! Morgen zur zuständigen Ausgabestelle, die im Gegensatz zu einem halben Dutzend nähergelegenen, etliche Kilometer weit entfernt ist, und deren Zuständigkeit für meine Postadresse ein tollwütiges Eichhörnchen mit Korsakow-Syndrom im Randomverfahren für mich ausgewählt haben muss", soll es jedesmal bei ihm klingeln und sein Belohnungszentrum durch die jahrelange Konditionierung mit überreichlich gültiger inländischer Währung automatisch stimuliert werden, so dass er gar nicht anders kann, als bei mir zu läuten und auf mein Öffnen hin das Paket die Treppe hochzutragen.

Ich gehe allerdings davon aus, dass die Preise steigen werden: Das sind einfach die Regeln eines archaischen Kapitalismus, wie man ihn in dieser reinsten Form vor allem bei Prostituierten, Erpressern und Postleuten findet. Früher oder später schmeisse ich einfach mal eine Party für den Mann. Sonst rote Karte.

Ein kleiner Lesetipp: Robert Webers Mordphantasien, in deren Mittelpunkt unter anderem ein Taxifahrer namens Hannemann steht. Herzerfrischend und wie immer exzellent geschrieben.

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