Berichtigung
Ich hab Kacke gemacht. Na ja, eigentlich nicht ich, sondern Uschi Zimmermann. Aber irgendwie bin ich ja auch mitverantwortlich, solange ich meinen guten Namen dafür hergebe.
Hatte ich doch in meinem vorigen Blök zum Weltanalphabetentag geblökt, ich könne nicht lesen und schreiben. Und ein kleines gelähmtes Mädchen namens Uschi Zimmermann schriebe alle meine Blöks, Texte und Bücher.
In meiner autobiografischen Selbstbeweihräucherungsarie "Über mich" steht hingegen, dass ich bereits als Kind das Lesen und Schreiben erlernt hätte, und verkaufe das ganze obendrein als angebliche Basis meines angeblichen Autorenberufs.
Ein schlimmer Widerspruch, auf den mich dankenswerterweise aufmerksame Leser hingewiesen haben. Ich hätte das ja nie gemerkt, schließlich kann ich nicht lesen.
Es stimmt also. Doch warum steht dann so ein Müll in meiner Möchtegernvita? Ganz einfach: wir stimmen uns nicht gut ab, Uschi Zimmermann und ich. Sie macht das zum Teil sogar extra, habe ich im Verdacht. Sie tut, was sie will und hat eine diebische Freude darin, mich bloßzustellen. Wie stehe ich jetzt da? Nun, dem sauberen Fräulein ist es egal, die lacht sich eins in ihrem, übrigens meiner Meinung nach deutlich übermotorisierten, Rollstuhl (56 Kw, ca. 130 Knoten).
Doch, gebe ich zu bedenken, ist es nicht jene kleine behinderte Uschi Zimmermann in uns allen, die häufig böses will und gutes schafft, die uns immer wieder machtlos vor den rauchenden Trümmern der eigenen Selbsterkenntnis traurig stehen lässt, hier und da ein noch schwelendes schwarzverkohltes Erinnerungsstück an die eigene Vernunft aus dem ehemals stattlichen Gebäude unseres Ichs ziehend und dann doch kopfschüttelnd wieder zurückwerfend?
"Demut, Freunde", rufe ich an dieser Stelle, "wir lernen durch sie, sie bringt uns weiter. Aber braucht sie dazu wirklich einen 80PS-Rollstuhl?"
In der Zeitung von heute steht, dass in den USA immer mehr Großeltern Drogen konsumieren. Ich muss wohl mal ein ernstes Wörtchen mit meiner Großmutter wechseln.

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