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Artikel älter als ein Monat

Urlaub

Jetzt ist Urlaub. Es wird wohl seltener geblökt werden in nächster Zeit. Das wird diejenigen nicht stören, die diesen Blök nicht lesen, aber das sind ja überraschend wenige. Nur in China nicht, wegen der Zensur. Viel zu oft bin ich an dieser Stelle für Freiheit und Demokratie eingetreten, indem ich ungeschönt auf das Wetter eingegangen bin. Ja ja, das Wetter – das könnte uns vier Damen noch einen Strich durch die Rechnung machen: In Berlin herrscht ein Schneefall und auf den kanadischen Inseln ein Unwetter. Fliegen wir also los, kommen wir vielleicht nicht an. Oder wir fliegen nicht los und kommen an. Und dazwischen gibt es auch noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, die ich jetzt alle gar nicht einzeln aufzuzählen vermag. Aber das wackere Fluchzeuch wird es schon richten.

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Zeuge eines Wunders

Das bin ich dieser Tage zum wiederholten Mal geworden. Einmal mehr überquerte ich mit unsicherem Hinkeschritt eine der Brücken, die Kreuzberg und Neukölln mehr trennen denn verbinden und sah auf einmal einen Menschen beim Versuch über das Wasser des Landwehrkanals zu schreiten, und zwar ohne Boot oder Brücke. Da das Wasser zur Zeit sehr kalt sein dürfte, bekam ich auf der Stelle einen gehörigen Schreck und rief warnend: "He ho, Ho he!"

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Neues vom Afrika-Cup

Leider geht er ja morgen schon wieder zu Ende: Der Afrika-Cup, der wie jedesmal auch bei seiner diesjährigen Auflage für aufsehenerregende Neuerungen zu sorgen wusste: Zunächst geriet bei der Anfahrt ins Gastgeberland Angola die Mannschaft von Togo in einen Hinterhalt kurz hinter der Grenze, wobei mehrere Mannschaftsmitglieder erschossen wurden. Togo stieg daraufhin beleidigt aus dem Turnier aus und wurde für diese grobe Unsportlichkeit mittlerweile für die nächsten beiden Turniere gesperrt. So muss Sportgerichtsbarkeit aussehen, die nachhaltige Verbesserungen im Fairnessbereich auf und außerhalb des Fußballfeldes erreichen will.

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Gepflegt schlecht drauf sein

Kann man das nicht auch organisieren? Ich wünsche mir jedenfalls analog zu Facebook endlich ein "Assbook". Da sammelt man dann "Enemies", das Ziel ist genau 666 zu haben, weiter geht es nicht. Und mit diesen "Enemies" beschimpft man sich dann die ganze Zeit gepflegt, schickt ihnen Beleidungen und tauscht die langweiligsten oder ekligsten Clips und Fotos aus, die man dann wiederum gehässig kommentiert. Statt "was machst du gerade?" gibt es das Feld "wen hasst du gerade?" und die Möglichkeit "gemeinsame Feinde" zu seinen Feinden hinzuzufügen.

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La Wetta è bella

Zürnte, haderte und plärrte ich kürzlich noch über die Sonnenlosigkeit in meiner Zwangswahlheimat, die das Gemüt meiner Mitmenschen verfinsterte (mein eigenes nicht,denn ich bin ja tabu, nee, immun, insofern, dass es da nichts mehr zu verfinstern gibt, ein Zustand, der sich bei mir inzwischen – minus mal minus gibt plus - längst auf wunderbare Weise in eine fortwährende und allumfassende Heiterkeit gewendet hat), so dass sie doch recht arg vor sich hin härmten. Und siehe da, man nahm sich wetterlagenmäßig diesen einflussreichen Blök zu Herzen, und – et voilà – zauberte ein Wetterchen aufs Tapet, das sich aber sauber gewaschen hatte, na also, Herrschaften, geht doch, warum denn nicht gleich, muss Vati denn wirklich immer erst böse werden?

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Happy Birthday, Lorke!

Liebe Bierdose, hiermit wünsche ich dir alles Gute zum Geburtstag! Zum Glück habe ich in der SZ gerade noch rechtzeitig gelesen, dass du heute 75 Jahre alt geworden bist. Du wärst sicher enttäuscht gewesen, wenn dein bester Freund dir nicht gratuliert hätte. 75 Jahre: Das ist schon eine ganz ordentliche Hausnummer, du Grande Dame des metallenen Blues in Magen, Mund und Leber, du betagte Schöne im gold- und silberfarbenen Aluminiumkleid. Du hast dich echt gut gehalten, aber dafür wurdest du ja auch erfunden am 24. Januar 1935 im schönen Richmond in Virginia. Und du bist wirklich ein typischer Wassermann: freiheitsliebend, eigenwillig und doch, wenn es drauf ankommt, auch treu. Ich verdanke dir so unendlich viel. Du hast mich getränkt, wenn mich dürstete; du hast mich gestillt, wenn mich hungerte; du hast mich getröstet, wenn ich traurig war. Im Park, am Kanalufer, am Badesee, im Zug und vor dem Stadion warst du mir ständige Begleiterin.

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Sonne vermisst

Nach meinen Informationen soll sie ja gestern oder vorgestern in Mitte sowie im annektierten Nobelvorort Wedding für fünf Minuten gesichtet worden sein: die Sonne. Ähnliche Meldungen erhielt ich aus Hamburg und Westdeutschland (so bezeichne ich ausschließlich den westlichen Teil der "alten Bundesländer"). In Neukölln ist hingegen alles beim alten: Keine Sonne. Der aus dem Jahr 1964 stammende Rekord von 12 sonnenscheinlosen Tagen am Stück ist hier nun bald um eine Woche überboten worden. Die Ergebnisse zeigen sich mir heute bei einem kurzen Spaziergang über den Hermannplatz: Aggressives rücksichtsloses Gelatsche, Autos hupen einnander pausenlos an, Reifen quietschen, graue Gesichter verströmen Missmut und allüberall Geraunze, Gepöbel oder stumme Verzweiflung. Am Imbiss verlangt ein Psychopath leere Plastiktüten und als er sie bekommt, fegt er sie ungeschickt zu Boden und schreit "scheiße Frau, schöne Tüten, scheiße Frau!" Selbst der einzige Lichtblick, als auf der Mittelinsel eine Frau ausrutscht und schwer zu Boden stürzt, relativiert sich schnell.

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Schlumpfmütze vermisst

Ich vermisse meine potthässliche hellblaue Schlumpfmütze, die noch nicht mal mir gehört. Bei aller Kackeausseherei brauche ich sie unbedingt. Zum einen, weil mir sonst die Ohren abfrieren, speziell bei Radfahren. Zum anderen aber und vor allem als Regulativ. Die Mütze sieht nämlich so schlimm aus, dass sie meine überirdische Attraktivität auf gerade mal ein noch menschenmögliches Maß drückt. Auf diese Weise beschirmt mich das Tragen des Stoffunrats ein wenig vor Ansturm, Anbetung und Nachstellung auch und gerade sexuell gefärbter Natur, deren Dimension sonst eine Lästigkeit besäße, die mich gefährlich in Suizidnähe (in diesem Fall der sog. "Königsselbstmord") drängte. Damit funktioniert die Mütze ähnlich wie ein Tempolimiter in überstarken Wagen, deren große Motorleistung auf diese Weise gedrosselt wird, um unvernünftige Raserei, na ja, was nun, zu verhindern eigentlich nicht, denn auch 250 km/h sind ja unvernünftige Raserei, na ja, um eben.

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Hexenmeister

Es war wohl die vorletzte Möglichkeit vor der Notschlachtung. Ich jonglierte bereits mit den letzten Einträgen im Branchenfernsprechbuch von A wie Abdecker bis O wie Ostheopath, um mich dann doch zunächst für letzteren zu entscheiden. Grund: seit Monaten laboriere ich an einer chronisch gewordenen Entzündung der Sehne, die den *Ohrwaschel (*Name des Körperteils von der Red. geändert) mit dem *Schädelknochen (*Name des Körperteils von der Redaktion geändert) verbindet, wegen einer Fehlstellung der *Ohren (*Name des Körperteils von der Red. geändert), so dass ich schon lange nicht mehr lustig mit den *Ohren (*Name des Körperteils von der Red. geändert) wackeln kann. Vom Osteopathen hatte ich gehört, dass der an ganz anderen Enden des Körpers die Ursachen findet, dort herumbiegt, -knotet und -mit Isolierband klebt, bis man auf einmal wie neugeboren ist. Das grenzt nicht nur an Hexerei, sondern das ist auch Hexerei.

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Wunschberuf

Gern gucke ich mir Morgens oder spät in der Nacht diese Dokufictiongeschichtsfilmchen auf dem Randspartensender „Phönix“ an. Der ist bei mir sogar so randspartig, dass er immer ein bisschen vergrisselt ist, wahrscheinlich, weil ihn die anderen und ach so tollen und wichtigen Sender immer ganz an den Rand der Frequenz drücken, wo er kaum noch Platz hat, um sich schneefrei zu entfalten. Die Türken vor Wien habe ich auf diese Weise bestimmt schon vier Mal gesehen. Nicht zuletzt habe ich nun ein Gesprächsthema mit dem türkischen Änderungsschneider in der Reuterstraße, in dessen Laden ein Poster an der Wand hängt mit dem osmanischen Reich in den Grenzen von bis kurz vor Wuppertal. In den Änderungsschneidereien von Marokko bis Irak wurde damals Türkisch gesprochen. Die Phönixfilmchen ähneln zwar in ihren teilweise stark vergröbernden Darstellungen dem Lebenswerk des Herrn Guido Knopp, doch solange es darum geht, einem Geschehnisse von Anno Verstaubt als Geschichtssendung mit der Maus für Erwachsene näher zu bringen und nicht um eine Verponyhofisierung der deutschen Zivilgesellschaft in Drittem Reich und Zweitem Weltkrieg, habe ich kein Problem damit.

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Benutzerhinweis

Meine Lese-, Vorlese- und Schreibtexte seien ja wesentlich elaborierter als meine Blöks, stellte kürzlich eine erstaunte Zuhörerin fest. Darob war ich nicht ungerlind verblüfft als wie ein junges Hühnchen, das man jählings gepackt, um es hinterrücks in den Topf mit brodelnder Brühe hineinzustoßen, auf dass es selber Suppe ward. Meine juvenil gestaltete Antwort daraufhin: „Hallo? Ja HALLO? HAL-LO? Hallohallo? Geht’s noch? Ja, geht es denn noch? Ja, hallo? Was ist denn hier los????“ Sobald ich aber den ersten Schreck überwunden hatte, erklärte ich genau das, was ich hier nochmals erkläre, zum leider, leider mindestens achthundertmillionsten Mal und für die allerletzten, die es jetzt noch nicht kapiert haben: EIN BLÖK IST KEIN TEXT! BLÖKE NIXE TEXTE! A BLEEK IS NOT A TEXT! UNE BLEUQUE N’EST PAS UNE TEXTE! BLOCACCIO NON E TEXTACCIO! UNA BLOKACION NO ES TEXTADOR! BLOKOWICZ NIE JEST TEKSTEM! BLÖKLER ISTE HICBIR TEXTOGLU!

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Fast der Sommer

Fast der Sommer

Quasi zum endgültigen Abschluss des Winters, bevor der wie beschrieben nahtlos in denn Sommer überglitt und -rutschte, also am Sonntag gab es im Görlitzer Park noch die große Schneeballschlacht zwischen Kreuzberg und Neukölln. Warum ich da jetzt erst darüber berichte? Nun, Herrschaften und Kupferstecher, da muss ich an dieser Stelle, glaube ich, doch mal einiges klarstellen, von dem ich gehofft hätte, das es jedem, aber auch wirklich JEDEM inzwischen längst via enge Stirn ins auch noch allerkleinste Spatzenhirnchen geflattert wäre, aber nein. Also: Der Blök an sich in seiner Eigenschaft als Blök steht und denkt ganz klar in der finalen Tradition einer eher historischen Dimension. Das heißt, es ist völlig egal, wann das hier steht, es steht hier ohnehin für die Nachwelt. Und im Jahr 15.000 oder so ist es vollkommen piepschnurzschnuppe, ob vor 13.000 Jahren etwas zwei Tage früher oder später niedergelegt wurde. Die Bibel ist doch meines Wissens nach auch nicht im Präsens geschrieben.

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Genug des Themas

Es ist unerträglich heiß. Die Sonne brennt auf die Stadt Berlin, die toll ist, vor allem im Sommer, Prenzlauer Berg in Explicatio und Kreuzkölln, ja, Kreuzkölln, so heißt das nämlich, wir lassen uns unser Berlin, wo wir schon über ein Jahr lang wohnen, nicht durch Miesepeter kaputtmachen, die behaupten, ach was behaupten die eigentlich, ich schrei mal ne Weile rum auf der Kreuzung Eberswalder, vielleicht fällt es mir dann wieder ein. Berlin im Sommer. Das grooved. Kein (nein, nicht das Wort!) Piep! liegt rum denn es ist nicht (auch das Wort nicht!) Pup!, sondern Sommer. Überall auf den saftig grün verbrannten Rasenflächen zwischen den in der Gluthitze kochenden Asphaltbahnen in Kreuzköllner Berg schlendern junge gutaussehende Menschen herum. Barfuß natürlich. Und die Mütze darf nicht fehlen. Gegen die Sonne. Und die Sonnenbrille. Auch gegen die Sonne. Manche sogar mit beides, nee, eigentlich alle. Das geht, in Berlin geht alles! Berlin im Sommer ist so superschnaftesexycool. Sie tragen Latte Mediterrano TOGO herum. Die Drogen sind gut. Wie das Wetter.

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Baumsterben

Gestern hob bereits früh morgens auf dem Parkplatz hinter dem Haus ein übles Gesumme, Gedröhne und Gesurre an. Gar nicht unähnlich dem fiesen, und jeden Restfunken Lebensqualität aus den bis zum Anschlag niedergehärmten Körpern der entnervten Anwohner pressenden, Laubbläsegeheul im Herbst. Zwei Stunden morgens, zwei Stunden abends. Und dass das in einem Land erlaubt ist, in dem spielende Kinder und Hobbykicker von Loftbesitzern in Mitte mit Unterstützung von Polizei und Ordnungsamt zu weitaus zivileren Tageszeiten an jeglicher natürlichen Geräuschentwicklung gehindert werden dürfen, scheiße, wird auch dieser Satz wieder lang und länger und mein Gesang wird bang und bänger, das ist also jedenfalls schon recht merkwürdig. Aber das ist nun mal Neukölln hier und nicht Mitte, ein schrumpliger Altbau und kein Loft, und hinter den Lärmverursachern stehen mächtige Handelsketten und keine Eltern. Das Geräusch hat letztlich diesmal eine andere Ursache: das Laub wird nicht geblasen, sondern gesägt.

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Fressenbuch

Gestern bin ich dann doch eher aus Versehen Mitglied im Fressenbuch geworden. Doch die Strafe folgte auf dem Fuß: Ich habe zurzeit ca. anderthalb Konten, von denen das halbe meine ersten vier Freunde sehen, das ich aber nicht bearbeiten kann, sondern stattdessen nur das ganze andere, auf dem wiederum mein fünfter Freund gelandet ist, aber nicht die anderen vier, die das auch nicht sehen können. Kaum dachte ich "Mensch, vier Freunde - so viele hattest du ja noch nie!" zerronnen diese guten Menschen wieder wie Eis in der Sonne. Vom Fressenbuch selbst ist keine Hilfe zu erwarten, so dass ich in Kürze wie Weltraumschrott tatenlos, nutzlos und unentsorgbar durchs weltweite Netz schwirren werde. Ach, das geschieht mir recht. Wo ich doch einmal im Leben was Modernes machen wollte, aber dafür einfach nicht geeignet bin. Ich glaube, ich kaufe gleich bei Karstadt einen Füller und dann setz ich mich hin und schreibe meinen 4 + 1 Freunden einen Dankes- und Entschuldigungsbrief auf eitel Büttenpapier. Sie haben es versucht. Ich auch.

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Verirrt im Schnee

Verirrt im Schnee

Hier und heute ausnahmsweise mal ein paar Worte zum Winterwetter. Bevor noch jemand fragt: "Hey? Hallo? Ist das dem denn etwa keine Zeile wert, dem Sausackmensch?" Gemach, Freunde, aber auch Feinde, deren ich da draußen jede Menge habe, wie jeder Mächtige. Denn der Mächtige hat Feinde, wie man weiß, und der Ohnmächtige hat Freunde: Kein Wunder, kann man mit dem doch lustige Sachen anstellen, während er hilflos am Boden liegt, wie Fanta in den Ausschnitt gießen, mit Edding "doof" auf die Stirn schreiben oder die Schnürsenkel zusammenknoten. Auf diese Form der Beliebtheit kann ich allerdings gut verzichten. Aber ich glaube, ich schweife gerade ab.

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Schnee

Ja, der Schnne. Er liegt. Ich finde das ein sehr interessantes Thema, ein anderes kenn ich im Grunde gar nicht. Gewiss, ich höre sie schon vor mir die Einwände: "Wenn wir wissen wollen, wie das Wetter ist, gucken wir den Wetterbericht und nicht in deinen gottverdammtem Blök und du bist blöddoof." Da haben sie ja im Grunde auch alle Recht, allerdings ist mein Blök nicht gottverdammt, sondern ziemlich gebenedeit, möchte ich mal sagen. Und über das Wetter muss man erst mal schreiben können. Da kann man zwar, wie die Kollegen Sonntags am Reformbühnentisch fein dasitzen und spotten: "Jetzt schreibt der schon wieder übers Wetter", doch sind die ja nur neidisch. Denn eine kleine Kunst ist es, einmal über das Wetter zu schreiben, doch eine große, seit Jahren nichts anderes zu tun. Dementsprechend ist eine Sammlung mit Wettertexten auch das jüngste erfolgversprechende Projekt, welches ich meinem Verlagslektor vorschlug.

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Die Natur spielt verrückt

Die Natur spielt verrückt

Es ist schon der gesegnete Wahnsinn. Auf dem Land, wo ich war, und wo sogar Berge in der Nähe sind, wie zum Beweis, dass es sich wirklich um kernländliches Gebiet handelt, wurde der Schnee in den letzten Tagen von der Natur komplett entfernt mithilfe der Temperatur, die die Sonne dem Wetter injizierte, das schön war. In der Stadt hingegen, da, wohin ich zum Wohnen zurückgekehrt bin, fällt nunmehr der Schnee unablässig von oben nach unten, wo er sich anschließend bleibend befindet, weil die Sonne fehlt und auch die Temperatur (das heißt, die fehlt im Grunde gar nicht, aber sie ist auf ein geringes Maß heruntergeschraubt, was ja, bei näherer Betrachtung, auch immer noch eine Temperatur ist, also, ich nehme das an dieser Stelle quasi auch schon wieder weitgehend zurück, die Behauptung, die Temperatur würde "fehlen", das ist Unsinn). Dabei ist das Land doch, und zwar ganz speziell das mit Bergen versehene, in unseren Darstellungskonventionen doch stets das Milieu, welches mit Schnee versehen daliegt, während die Stadt zumindest in Bilderbüchern, Filmen und Nachrichtensendungen meist als vergleichsweise schneelos gilt. Und wenn nicht, dann ist es eine Katastrophe und die S-Bahn fährt nicht (Ausnahme Berlin, wo sie auch bei schönem Wetter nicht fährt, weil auf jegliche Wettereinflüsse empfindlich reagierend).

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Nix los ist irgendwie anders

Umstände- und rekreationshalber habe ich mehrere Tage lang auf einen Besuch sowohl der virtuellen als auch der realen Wirklichkeit verzichtet. Ich dachte, an den Weihnachtstagen passiert sowieso nichts. Und was muss ich beim ersten Informationsupdate erfahren: überall hat es wider Erwarten in der Zwischenzeit jede Menge Schubsereien gegeben.

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Stiller Tag

Man muss schon zugeben, dass in der Stadt mit einem Schlag eine ziemliche Stille herrscht. Das heißt, müssen muss man natürlich überhaupt nicht, denn dies ist ein antiautoritärer Blök: Man kann Dinge zugeben oder nicht, kommentieren oder nicht, lesen oder nicht. Besonders letztere Gelegenheit wird weidlich genutzt, aber ich finde das gut so. Dies ist ein Wohlfühlblök. Er ist ein stummer Diener. Es nützt schließlich keinem, wenn allein schon beim Gedanken ans Lesen, Widerwillen aufkeimt oder gar sturzflutartiges Erbrechen den vom Lesen ausgemergelten Leib schüttelt. Das würde auch die Stille stören.

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